EU AI Act: der echte Zeitplan und was er für brasilianische Unternehmen bedeutet
Der AI Act trat im August 2024 mit gestaffelter Anwendbarkeit in Kraft. Seit Februar 2025 gelten verbotene Praktiken. Im August 2026 greifen die meisten Pflichten. Brasilianische Unternehmen, die in die EU verkaufen oder Daten europäischer Bürger verarbeiten, müssen ihre Haltung jetzt festlegen — nicht erst 2027.
Das Risikomodell des AI Act hat vier Stufen: unannehmbar (verboten), hoch (Gesundheit, Kredit, HR, kritische Infrastruktur), begrenzte Transparenz (Chatbots, Deepfakes) und minimal. Hohe Risiken verlangen Dokumentation, menschliche Aufsicht und Aktivitätslogs.
Für KMU entsteht direkter Impact auf zwei Wegen: Wer mit KI-Features in der EU operiert oder verkauft, muss Risiko klassifizieren und dokumentieren. Wer B2B-Lieferant einer europäischen Firma ist, bekommt deren Compliance-Fragebogen und muss belastbar antworten.
Update Juni 2026: Der Digital Omnibus wurde verabschiedet und verschiebt Hochrisiko-Pflichten — Anhang III auf Dez 2027, in Produkte eingebettete Systeme auf Aug 2028. Die allgemeine Anwendbarkeit ab August 2026 bleibt jedoch bestehen, inklusive der Transparenzpflichten aus Artikel 50. Viele Kontrollen überschneiden sich mit ISO 27001, GDPR und LGPD — wer diese instrumentiert hat, hat die Basis.
Wenn Ihr Unternehmen EU-Kunden mit KI berührt, muss die Dokumentation vor August 2026 stehen — nicht danach.
